Kathrin Stirnemann


XCE World Champion 2014

Cape Epic – out

Leider mussste ich an der Cape Epic Forfait geben!

Die ganze Geschichte hatte am Freitag vor dem Rennen begonnen, als ich in der  Nacht Durchfall und Magenkrämpfe hatte. Beim Prolog war der Magen wieder fast okay, meine Speicher jedoch noch leer und die Energie war nach der Hälfte aufgebraucht. Dank Gunn-Ritas Hilfe hab ichs ins Ziel geschafft. Es war eine Herausforderung meinen Körper bis zum nächsten Tag wieder ready zu kriegen und immer der Gedanke im Hinterkopf, dass es noch 716km und 15400hm zu bewältigen gibt.

Die ersten zwei Etappen sind wir dann ohne jegliche Ambitionen gefahren. Das einzige was zählte war meine Gesundheit. Alleine wäre ich wohl schneller gefahren, Gunn-Rita hielt mich immer davon ab, was sich dann am dritten Tag ausbezahlte.
Am Abend nach der zweiten Etappe folgte jedoch zuerst noch ein weiteres Unglück. Eine Biene hat mich in den Hals gestochen. Da ich allergisch bin auf Bienenstiche musste ich sofort meine Notfallmedikamente einnehmen um das Schlimmste zu vermeiden. Nachts hatte ich dann Schweissausbrüche und und Schüttelfrost. Trotzdem fühlte ich mich am Morgen wieder fit und freute mich auf eine weitere Etappe. Es war mit 128km die längste. Wir erwischten einen hervorragendenStart und reihten uns in den Top 5 ein. Wir fühlten uns gut und obwohl ich etwas Mühe hatte, sind wir einfach unser Speed gefahren und konnten den zweiten Rang herausfahren.
Wir waren super happy über unser erstes Epic-Podium.
Das Overall Klassement war uns total egal und wir gingen auch gestern mit dem Moto „having fun, enjoying the trails but don’t push to hard“ an denStart.
Von Beginn weg hatte ich Schwierigkeiten genügen Luft zu kriegen. Meine Lunge machte total zu und sofort hatte ich schlimme Gedanken an meine Lungenembolie vor zweieinhalb Jahren. Es fühlte sich genau gleich an. Ich konnte nicht mehr tief atmen. Ich wollte die Etappe unbedingt zu Ende fahren, doch es wurde immer schlimmer und ich spührte einen stechenden Schmerz in der Brust und im Rücken. So musste ich zu tiefst enttäuscht das Rennen aufgeben und ich wurde mit einem Medical Car vom Organisator ins Spital in Worcester gebracht.

Nach mehreren Bluttests, Infusionen und einem Röntgenbild der Lunge kam dann zum Glück die Entwarnung der Ärtzin: KEINE Lungenembolie!
Auf dem Röntgenbild sieht man kleine Vernarbungen auf der Lunge von der Embolie und dann mit dem vielen Staub vom Rennen, der grossen Belastung und der Hitze haben meine Atemwege wohl einfach wieder dicht gemacht.

Heute gehts mir etwas besser. Habe noch das Stechen im Rücken und auf der Brust und ich fühle mich sehr müde. Mein Körper braucht jetzt viel Erholung und dann regeneriert sich die Lunge hoffentlich in den nächsten ein bis zwei Wochen wieder komplett.

Bin sehr enttäuscht, dass ich das Rennen aufgeben musste und es ist sehr schade für Gunn-Rita, dass sie jetzt als Outcast Fahrerin starten muss. Wir sind ein super Team und haben echt viel Spass gehabt auf den Etappen zuvor! Ich möchte mich an dieser Stelle bei Gunn-Rita und dem ganzen Merida Team bedanken für die Unterstützung und das Verständnis. Wir sind uns alle einig, dass es die richtige und einzige Entscheidung war,  aus dem Rennen auszusteigen. Gesundheit geht vor Abenteuer und die eigentliche Saison startet ja erst Ende Mai mit den Weltcups. Bis dahin werde ich auf jeden Fall wieder fit sein.

Ich werde die nächsten Tage im Camp bleiben und dann wie geplant am Dienstagabend nach Hause fliegen.

Liebe Grüsse

Kathrin