Kathrin Stirnemann


XCE World Champion 2014

WM Medaille im XCE in Andorra

Fürs XCE Rennen in Vallnord, Andorra hatte ich mir viel vorgenommen. Ich ging als Titelverteidigerin ins Rennen und der letzte Weltcup auf dieser Strecke im 2013 konnte ich gewinnen.

Die Strecke wurde leider etwas vereinfacht, doch ansonsten war sie noch genau gleich wie im 2013. Schon in der Quali merkte ich, dass ich nicht so viel Power in die Pedalen brachte, wie ich dies gerne getan hätte. Trotzdem reichte es für die drittschnellste Qualizeit. 

Kurz vor meinem Viertelfinal musste das Rennen wegen einem Stromausfall unterbrochen werden. Ich wäre schon bereit gewesen, mental und körperlich, doch es dauerte über eine Stunde, bis das Rennen weiter ging. Im Viertelfinal rutschte mir an einer heiklen Stelle kurz das Hinterrad weg, doch ich konnte mich in letzter Sekunde noch retten und den Lauf kontrolliert an zweiter Stelle ins Ziel bringen.

Danach traf ich im Halbfinale auf meine Schweizer Kollegin, Linda Indergand sowie auf zwei schnelle Italienerinnen. All-in war die Taktik denn jede der vier Starterinnen wollte den Finaleinzug für sich gewinnen. Souverän gewann ich den Lauf vor Linda. Da im Lauf vor uns die andere Schweizerin Ramona Forcchini ebenfalls den Finaleinzug schaffte, standen wir zu dritt im Finale und mit uns die Norwegerin Ingrid Boe Jacobsen.
Mein Ziel war klar, ich wollte den Titel verteidigen, doch ich spürte einfach schon den ganzen Abend, dass ich nicht den besten Tag erwischt hatte. Trotzdem versuchte ich alles und sammelte meine letzten Kräfte noch einmal zusammen. An zweiter Stelle, hinter Linda, erreichte ich die lange Zielgerade. Ich wusste, dass ich Linda nicht mehr schnappen konnte, da sie einfach zu stark war. Den zweiten Rang hätte ich nur noch solide ins Ziel fahren sollen, doch meine Energie war weg. Ich sprintete der Ziellinie entgegen und nahm dabei überhaupt nicht die Ideallinie weil ich wohl einfach zu erschöpft war um das noch zu checken. So gelang es der Norwegerin mich auf dem aller letzten Meter noch zu übersprinten. Mission Titelverteidigung war missglückt, doch ich gewann Bronze, meine erst zweite WM Medaille überhaupt.

 

Nach der schwierigen Saison mit all den gesundheitlichen Problemen ist diese Medaille sehr viel Wert für mich. Bei der Siegerehrung war es für mich sogar emotionaler als letztes Jahr wo ich den Titel gewonnen hatte.

An dieser Stelle möchte ich mich beim Swiss Cycling Team bedanken für den perfekten support. Sowie meinem ganzen Umfeld, welches immer an mich glaubt und mir dabei hilft aus den Tiefs den Weg in die Hochs wieder zu finden!