Kathrin Stirnemann


XCE World Champion 2014

XCE Weltcupsieg in Andorra

Wie immer startete das Weltcupweekend mit dem Eliminator Rennen am Donnerstagabend. So auch in Andorra, wo die Strecke auf 1900m über Meer lag, was die Rennen noch härter machen sollte.

 

Die Sprintstrecke war ganz anders als die bisherigen. Sie führte durch ein Waldstück, wo es viele verschiedene Linien gab, gefolgt  von einem knackigen Aufstieg und einer langen asphaltierten Zielgeraden.

 

Nach meinen drei zweiten Plätzen bei den bisherigen Weltcups ging ich mit dem klaren Ziel zu gewinnen ins Rennen.
Schon in der Qualifikation fühlte ich mich gut und erwischte eine perfekte Linie im technischen Teil der Strecke. Meine Leistung wurde mit der Bestzeit belohnt und somit auch mit der Startnummer 1 für die Finalläufe.

 

Souverän konnte ich Viertel- und Halbfinale für mich entscheiden und stand somit erneut im Finale.

Dort standen sich mit Jolanda Neff und den beiden Schwedinnen Alexandra Engen und Jenny Rissveds und mir, die momentan vier stärksten Sprinterinnen der Welt gegenüber.

 

Den Start erwischte ich nicht optimal und so ging ich nur an vierter Stelle in das technische Waldstück. Meine drei Konkurrentinnen wählten alle die untere Linie. Ich packte meine Chance und fuhr die obere Linie. Es gelang mir Engen zu überholen und ich ging an dritter Position in den steilen Anstieg vor der Zielgerade. Jolanda fuhr als erste in den Anstieg und verlor etwas an Speed, da ihr wohl langsam die Kräfte ausgingen. Ich packte meine Chance und attackierte genau im richtigen Moment. Im letzten Stück des Anstiegs, kurz vor dem Asphalt griff ich an und überholte Jenny und Jolanda und übernahm die Führung. Es waren noch ca. 100m bis ins Ziel und ich zog den Sprint voll durch. Niemand konnte mich noch einholen und so konnte ich tatsächlich den Bann meiner zweiten Ränge brechen und mein erster Eliminator Weltcup gewinnen.

 

Wow, was für ein Rennen, was für ein Gefühl…ich bin einfach überglücklich und stolz. Es ist genial ein so hochkarätiges Finale gewinnen zu können und es war ein unglaublich emotionaler Moment als bei der Siegerehrung die Schweizernationalhymne gespielt wurde.  Ich habe jeden einzelnen Moment genossen und werde auf jeden Fall alles daran setzen, noch mehr dieser Momente erleben zu dürfen in dieser Saison.

 

In der Weltcup-Gesamtwertung des Eliminators bin ich nun nur 10 Punkte hinter der Weltmeisterin Alexandra Engen auf Rang 2. Die Entscheidung um den Gesamtsieg wird beim Wetlcupfinale im Norwegischen Hafjiel, Mitte September fallen.

 

Vollgetankt mit Emotionen und Motivation startete ich am Samstag noch zu Cross Country Rennen. Ich erwischte einen super Start und bog als vierte in den ersten Singletrail ein. Im darauffolgenden Anstieg kam dann jedoch der Hammermann und ich fiel bis auf die 30. Position zurück. Ich hatte überhaupt keine Power in den Beinen und die dünne Höhenluft machte mir extrem zu schaffen.

 

Ich quälte mich weiter und ab der dritten Runde lief es etwas besser. Ich konnte mich Position um Position nach vorne arbeiten. Als 24. Ging ich in die letzte Runde und als mir meine Mutter kurz vor Schluss sagte, dass meine Teamkollegin Sabine Spitz das Rennen gewonnen hatte zündete ich noch mal den Turbo und überholte noch zwei Fahrerinnen bis ins Ziel.

 

Unser Teammanager war völlig aus dem Häuschen weil Sabine gewonnen hatte und empfing mich, trotz meiner durchzogenen Leistung, mit einer herzhaften Umarmung im Ziel.

 

Mit dem Sieg von Sabine, dem 13. Rang von Adelheid und meinem 22. Rang konnten wir zusätzlich zu dem Sprint- und Cross Country Sieg auch noch die Teamwertung für uns entscheiden. So durften wir alle noch mal gemeinsam aufs Podium und uns mit einer Champusdusche feiern lassen.

 

Was für ein Wochenende für mich und das Sabine Spitz Haibike Pro Team. Die Stimmung war logischerweise super gut und es hat einfach alles perfekt gepasst für uns während dem ganzen Wochenende.

Unser Mechaniker und der Physio haben einen tollen Job gemacht und ohne den Support des Teams wären all diese Leistungen gar nicht möglich. Herzlichen Dank!!